Geschichte

 

In der Fastnachtszeit des Jahres 1950 trafen sich im Büro des Gemischtwarenladens Erich Schlich die engagierten Karnevalisten Norbert Scheuren, Otto Dohm, Johann Stein, Eduard Fronert, Hans Waldorf und Erich Schlich, auch „Poste Erich“ genannt, anlässlich der Gründung einer Karnevalsgesellschaft zu einer ersten Vorbesprechung.
Zu den Gründungsmitgliedern der am 11. März 1950 im Lokal Florin Daub ins Leben gerufenen Karnevalsgesellschaft „Blaue Funken“ Bell zählten: Erich Schlich sen., Norbert Scheuren, Johann Stein, Otto Dohm, Alfons Scheuren, Hans Waldorf, Werner Daub, Hans Schmitt, Josef Ries, Willi Ries, Wilhelm Thelen, Christoph Kauer, Albert Vogt, Eduard Fronert und Hermann Mauermann.
Die Gründungsmitglieder Werner Daub und Willi Ries sind noch heute Ehrenmitglieder der Gesellschaft.
Bereits wenige Tage nach der Gründungsversammlung konnte die KG „Blaue Funken“ weitere Freunde des Karnevals, wie zum Beispiel die heutigen Ehrenmitglieder Albert Daub, Paul Daub, Hermann Wilhelmi sowie Alois Wölwer in den „erlauchten“ Kreis der Gründungsmitglieder aufnehmen.
Nachdem der Verein am 5. Dezember des Jahres 1950 vom damaligen Amtsbürgermeister und der Ortspolizeibehörde offiziell genehmigt worden war, bereiteten die Verantwortlichen den ersten großen Rosenmontagszug in Bell im Jahr 1951 vor, der unter dem ersten Prinzenpaar Norbert Scheuren und Sophie Martini für die KG ein großer Erfolg wurde.
Einen weiteren Höhepunkt erlebten die Karnevalisten in Bell
im Jahre 1952: Prinz Hermann Schlich und seine Prinzessin Ursula Merkler verzauberten das Backofenbauerdorf in ein orientalisches Märchen aus 1000 und eine Nacht. Wegen des strengen Winters erlebten die „Jecken“ 1953 eine Rosenmontagschlittenfahrt! Trotz Schnee und Eiseskälte war jedoch die ganze Bevölkerung von Bell auf den Beinen, um Prinz Werner Daub und Prinzessin Karola Brötz jubelnd zu begrüßen. Auch 1954 veranstalteten die Blauen Funken einen großartigen Rosenmontagszug, der mit Prinz Werner Eiserlo und seiner Prinzessin Marianne ein toller Erfolg wurde. Nachdem im Jahr 1955 kein Prinzenpaar gefunden werden konnte, eroberte das junge Prinzenpaar Rolf Heuft und seine Prinzessin Gerlinde Oster ein Jahr später die Herzen der Narren im Sturm. Im Jahre 1957 hielten Prinz Willi Perzewski und ihre Lieblichkeit
Prinzessin Ilse das närrische Zepter fest in der Hand und sorgten mit den Beller Jecken für ein buntes närrisches Treiben an den tollen Tagen. 1958 führte wieder ein junges Prinzenpaar die Beller Narren durch die fünfte Jahreszeit:
Prinz Reinfried Scheuren und Prinzessin Erika Raab wurden von ihren närischen Untertanen stürmisch gefeiert.
Da die Blauen Funken 1959 erneut ohne Prinzenpaar waren, freuten sie sich umso mehr über die Proklamation von Prinz Erich Schlich jun. und Prinzessin Margaretha Zepp im Jahre 1960, welche insbesondere beim Beller Rosenmontagszug, der unter dem Motto stand: Fahrt ins Märchenland“ stürmisch gefeiert wurden. Auch die nachfolgenden Prinzen und Prinzessinnen, deren Namen an dieser Stelle aus Platzgründen leider nicht alle genannt werden können, verstanden es hervorragend, die Närrinnen und Narren zu begeistern. Dazu zählten u.a. auch die in der jüngsten Vergangenheit gekürten Prinzenpaare: 1983 Prinz Sascha Schlich und Prinzessin Michaela Schlich, 1993 : Prinz Otmar Becker und Prinzessin Monika Schlich, 1998 : Prinz Peter Wölwer und Prinzessin Heidi Daub, 2000 : Prinz Bernd Meurer und Prinzessin Martina Endres, 2008: Prinz Jo Möller und Prinzessin Elke Mintgen
Neben dem „Rosenmontagszug“ und dem „Prinzenkrönungsball“ wurde in jedem Jahr erfolgreich eine große „Gala-Damensitzung“ veranstaltet, bei der urwüchsiger Beller Humor mit Gesang und Büttenreden sowie auch zackiger Gardetanz des Funkenmariechens und der Stadtsoldaten der Blauen Funken präsentiert wurden. Im Rahmen der Gala-Damensitzung am 05.02.1966 gaben die Beller Möhnen, genannt: „Beller Jäße“ unter der Leitung ihrer Obermöhn Katharina Oster ihr Debüt und nach ausgiebigen Verhandlungen mit der KG Blaue Funken im Jahr 1970 wurden alle weiteren karnevalistischen Veranstaltungen gemeinsam initiiert. Diesen Schritt haben die Mitglieder der KG Blaue Funken nach den Worten des heutigen Sitzungspräsidenten Alfons Mauermann „bis zum heutigen Tage nicht bereut!“.
Alljährlich leisteten die Stadtsoldaten in ihren blauweißen Uniformen, an der Spitze das reizende Funkenmariechen nebst Hauptmann, ihren Beitrag zum bunten Karnevalstreiben in Bell. Am Morgen des Rosenmontags fanden abwechselnd in den fünf (!) Beller Lokalen die Verhaftungen durch die Stadtsoldaten und die „Rekruten“ statt, bei dem das närrische hohe Gericht die Verhafteten
meist zu einer geringen Geldstrafe „verurteilte.“